Sind Sie selbstständig oder sind Sie Unternehmer?

© G. Prummer

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„Da gibt es keinen Unterschied“, denken wohl viele. Auch ich vertrat früher diese Ansicht.

Wenn ich Leute, die sich gerade selbstständig gemacht haben, nach ihrem Motiv frage, erhalte ich oft die Antwort: „Es gibt niemanden mehr, der mir sagt, was ich zu tun und zu lassen habe“.

Was ist der Unterschied zwischen Selbstständigen und Unternehmern?

„Da gibt es keinen Unterschied“, denken wohl viele. Auch ich vertrat früher diese Ansicht.

Wenn ich Leute, die sich gerade selbstständig gemacht haben, nach ihrem Motiv frage, erhalte ich oft die Antwort: „Es gibt niemanden mehr, der mir sagt, was ich zu tun und zu lassen habe“.

Sein eigener Chef sein und sich nichts mehr sagen lassen müssen…

Ein reizvoller Beweggrund für jemanden, der auf eigenen Füßen stehen will. Dazu kommt dann noch der Wunsch nach mehr Zeit, mehr Geld, mehr Freiheit… All das trifft aber sowohl auf Selbstständige als auch auf Unternehmer zu.

Und aus fachlicher Sicht gibt es sicher ebenfalls keinen Unterschied zwischen beiden Gruppen.

Was also ist es?
Begleiten wir gedanklich zwei frisch gebackene Selbstständige.

Nennen wir Sie Karl und Werner.

Beide halten ihren Gewerbeschein in der Hand und haben sich die beruflichen Qualifikationen angeeignet, um selbstständig sein zu können.

Beide starten mit ihrer Firma und betreiben sie recht erfolgreich. Jeder von ihnen hat eine gute Auftragslage und beide könnten sich bereits etwas leisten. Zum Beispiel ein neues Auto, Urlaub, eine neue Büroausstattung….. Das Einkommen ist akzeptabel und die Zukunft sieht rosig aus.

Deswegen schafft sich Karl gleich mal Dinge an, die er sich bisher nicht leisten konnte. Er gründet eine Familie, macht Urlaub, kauft sich ein neues Auto und er baut ein Haus. Natürlich mit freundlicher Unterstützung der Bank, denn die Bonität stimmt.

Allerdings: Karl arbeitet alleine in seiner Firma. Er ist Verkäufer, Arbeiter und Büroangestellter in einer Person. Er tauscht seine Zeit gegen Geld. Wenn er ausfällt, gerät die ganze Maschinerie ins Stocken.

Sehen wir uns an, was Werner so treibt. Da ja auch seine Firma gut läuft, könnte er ebenfalls Urlaub machen und sich einiges leisten. Doch er tut es nicht.

Warum eigentlich nicht, wenn es doch viele so machen?
Warum macht er es anders?

Werner hat sich einen genauen Plan geschrieben. Noch bevor er sich selbstständig gemacht hatte. Nach diesem Plan geht er nun schon fast auf sture Art und Weise vor und hält ihn möglichst ein. Er zeigt sich kreativ und flexibel, wenn es gilt, Hürden zu überwinden.

Er sorgt mit Leidenschaft dafür, dass seine Firma wächst. Er macht keinen Urlaub und fährt weiterhin sein in die Jahre gekommenes Auto. Nicht, weil er es sich nicht leisten könnte, sondern weil er anderes im Sinn hat. Schon bald stellt er seine ersten zwei neuen Mitarbeiter ein. Diese Mitarbeiter übernehmen bestimmte Aufgaben, die Werner bisher selbst erledigt hat.

Durch diese Maßnahme gewinnt er Zeit, um seinen Plan weiter zu verwirklichen.
Außerdem investiert er nicht nur in weitere neue Maschinen und Equipment, was ihm einige Vorteile bringt; er verfolgt auch bestimmte langfristigere Vorhaben. Er arbeitet an seiner Firma.

Gibt es inzwischen einen Unterschied zwischen Karl und Werner?

Im Auge des außenstehenden Betrachters steht Karl sehr gut da. Alles sieht gut aus. Ein hübsches Haus, ein neues Auto, eine kleine Familie, zweimal im Jahr Urlaub….

Bei Werner scheint es so, als würde er auf der Stelle treten. Nach Außen tut sich nur wenig. Nach wie vor das alte Auto und er wohnt mit seiner Familie in einer Mietwohnung. Ob das Geschäft doch nicht so gut läuft?

Betrachten wir die Finanzen der beiden.

Karls Kunden bezahlen ihn für seine Leistung zwar gut, doch ihre Zahlungsmoral lässt zu wünschen übrig. Das geht ihm ziemlich auf die Nerven, denn schließlich erwartet der Banker, dass jeden Monat alle Raten pünktlich bezahlt werden. Aber bisher ging ja alles gut. Doch mit dem höheren Einkommen steigt wie automatisch auch sein Lebensstandard, der entsprechend ins Geld geht. Wie bei vielen Angestellten ist dann auch bei Karl am Ende des Geldes oft noch reichlich Monat übrig. Deshalb ist er permanent gezwungen, neue Aufträge an Land zu ziehen. – Jetzt bloß nicht krank werden.

Die meisten von Werners Kunden zahlen zwar schnell. Aber auch er muss gelegentlich länger auf sein Geld warten. Das regt ihn weiter nicht auf, hat sich doch auf seinem Konto trotz der Investitionen in Maschinen und Mitarbeiter ein beträchtliches Guthaben angesammelt.

Dieses Guthaben dient einerseits als finanzielles Polster und andererseits für Werners weitere Pläne mit der Firma. Er hat keinerlei finanzielle Verpflichtungen, weder für ein Eigenheim noch für sonst irgend etwas, denn er hat stets erst dann etwas gekauft, wenn dafür genügend Geld auf dem Konto war.

Machen wir einen Zeitsprung und sehen uns an, wie es nach etwas längerer Zeit bei den beiden aussieht.

Karl arbeitet weiter alleine mit einigen Helfern, die nicht fest angestellt sind, auf die er jedoch bei Bedarf zurückgreifen kann. Der Lebensstandard hat sich den höheren Einnahmen weiter angepasst. Die Ausgaben verschlingen einfach alles was reinkommt. Für Unvorhergesehenes bleibt nicht viel übrig. Das muss dann teuer finanziert werden. Er ist sein eigener Chef, doch er hat wenig Zeit für sich und seine Familie. Er fühlt sich mehr und mehr wie im Hamsterrad.

Werner beschäftigt inzwischen 33 Mitarbeiter. Er hat sich ein exquisit gelegenes, traumhaftes Haus gebaut und fährt einen edlen Wagen. Auch die Frau hat ihr eigenes Auto, das nicht gerade zu den billigen Fabrikaten gehört. Werner leistet sich mit seiner Familie jetzt jedes Jahr einen ausgiebigen Urlaub. Er gönnt sich mehrmals im Jahr ein verlängertes Wochenende mit der Familie und geht seinem Hobby nach. Gute Mitarbeiter sorgen derweil für einen reibungslosen Geschäftsablauf.

Wo ist nun also der Unterschied zwischen dem Selbstständigen und dem Unternehmer?

Nun ja, wir können annehmen, dass Karl seine Selbstständigkeit in erster Linie auf Konsum ausgerichtet hat, um nach außen von Anfang an gut auszusehen, Anerkennung zu bekommen und ein gewisses Ansehen zu genießen.

Werners Bestreben für sich und seine Firma war Wachstum. Ganz egal, wie es für Außenstehende aussah, ganz egal, was andere über ihn dachten oder sagten.

Mit einer ganz bestimmten Denkweise, Haltung und Einstellung hat er etwas erschaffen, das Bestand hat.

3 Ebenen machen den Unterschied aus, ob Sie Unternehmer sind oder nicht: Die Ebene der Persönlichkeit, die Ebene des Managements und die Ebene des Ab-Arbeitens.

Worauf kommt es also wirklich an? In welcher Ebene halten Sie sich vorwiegend auf?

Machen Sie zu 80 % oder mehr alles selbst, oder überlassen Sie viele Aufgaben Ihren Mitarbeitern?

Ihr eigener Chef sind Sie immer, doch den Unterschied macht Ihr Inneres, Ihre Einstellung, Ihre Denkweise, ja Ihre gesamte Persönlichkeit aus.

Blicken wir etwas tiefer: Ab wann sind Sie wirklich Unternehmer?
Und ab wann verlassen Sie das Hamsterrad, die Zwangsjacke der Einschränkungen.

Vielleicht haben Sie schon einmal folgenden Satz gehört: “Unternehmer sind Leute, die etwas unternehmen“. Was unternehmen Sie? Arbeiten Sie daran, Ihre Pläne Schritt für Schritt zu verwirklichen oder arbeiten Sie hauptsächlich die Aufträge Ihrer Kunden ab? Arbeiten Sie in Ihrer Firma oder an Ihrer Firma?

Wenn Sie sich diese Fragen ehrlich beantworten, wissen Sie, womit Sie sich in Ihrer Firma am meisten beschäftigen. – Soll das so bleiben oder wollen Sie zu einer freien, unabhängigen Unternehmerpersönlichkeit wachsen?

Wenn Sie sich für Wachstum entschieden haben, wird es sich nicht vermeiden lassen, dass Sie Ihre Denkweise, Ihre Haltung, Ihre Einstellung optimieren, vielleicht sogar gravierend ändern müssen.

Herzlichst

Georg Prummer

P.S.: Wie Sie das am besten und am schnellsten bewerkstelligen können, erfahren Sie in meinem kostenlosen Webinar, in dem es um die 7 Schlüssel zur Unternehmerpersönlichkeit geht.
Ich freue mich auf Sie!

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Von | 2018-01-05T10:33:11+00:00 Oktober 14th, 2017|Persönlichkeitstraining|0 Kommentare

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